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Google stuft Ihre Website als gefährlich ein: Was Sie Schritt für Schritt tun

Ein roter Warnbildschirm im Browser oder ein Hinweis auf einen Hack in den Google-Ergebnissen. Woher die Warnung kommt, wie Sie sie in der Search Console bestätigen, aufräumen und eine Überprüfung beantragen.

Radek, ENSOMEDIAVeröffentlicht 5 Min. LesezeitIn EnglishPo polskuEn españolEn français中文بالعربية

Meist beginnt es mit einer Nachricht von einem Kunden: „Ich wollte Ihre Website öffnen, aber mein Browser hat mich nicht hineingelassen.“ Oder Sie suchen nach Ihrem Firmennamen und sehen unter Ihrer Adresse eine Zeile, die vorher nie da war.

Das ist ein unangenehmer Moment, aber es gibt einen geordneten Weg hinaus. Die Warnung ist keine Strafe. Sie ist ein Signal, dass Google auf Ihrer Website etwas gefunden hat, das Besuchern schaden könnte. Unten steht, wie Sie herausfinden, was genau gefunden wurde, wie Sie aufräumen und wie Sie die Entfernung der Warnung beantragen.

Was Ihre Kunden sehen

Die Warnungen gibt es in zwei Formen.

Die erste ist ein roter Bildschirm im Browser, der die ganze Seite verdeckt. In Chrome lautet die Überschrift etwa „Betrügerische Website“ oder „Gefährliche Website“, je nach Browserversion und Art des Problems. Firefox und Safari nutzen dieselbe Liste von Google Safe Browsing, ihre Nutzer sehen also ebenfalls eine Warnung, nur anders formuliert.

Die zweite ist eine Zeile unter Ihrem Ergebnis in der Google-Suche, etwa „Diese Website wurde möglicherweise gehackt“ oder „Diese Website kann Ihren Computer beschädigen“. Die Seite öffnet sich noch, aber nur wenige werden darauf klicken.

Der rote Bildschirm wirkt noch stärker, denn um an ihm vorbeizukommen, muss ein Besucher die Details aufklappen und die Warnung bewusst ignorieren. Wenn Sie Google Ads schalten, können Anzeigen, die auf eine markierte Website führen, ebenfalls pausiert werden.

Woher die Warnung kommt

Google prüft Websites regelmäßig auf verschiedene Arten von Problemen. Bei den Websites kleiner Unternehmen ist es meist eines davon:

  • jemand ist eingebrochen und hat in einen versteckten Ordner eine gefälschte Bank-Anmeldung oder eine Zahlungsseite für Pakete hochgeladen, also Phishing,
  • in die Dateien der Website wurde Code eingefügt, der Besucher woandershin umleitet oder ihnen einen Download aufdrängt,
  • auf der Website sind Hunderte von Spam-Seiten über Casinos, Arzneimittel oder auf Japanisch aufgetaucht,
  • die Website lädt ein Skript oder Widget von einer anderen Domain, die selbst markiert ist.

In jedem dieser Fälle bemerkt der Inhaber meist nichts. Angreifer zeigen den Spam oft nur dem Crawler von Google oder Menschen, die über die Suchergebnisse kommen. Sie rufen Ihre Website direkt auf, angemeldet als Administrator, und sie sieht aus wie immer.

Schritt 1: das Problem in der Search Console bestätigen

Die zuverlässigste Quelle ist die Google Search Console. Ist Ihre Website dort noch nicht eingerichtet, bitten Sie den, der Ihre Domain verwaltet, sie zu bestätigen. Am einfachsten geht das über einen TXT-Eintrag im DNS, der in wenigen Minuten angelegt ist, dann folgt eine kurze Wartezeit, bis er wirkt.

Öffnen Sie in der Search Console den Bericht Sicherheitsprobleme. Er zeigt die Art des Problems, etwa gehackte Inhalte, Malware oder Social Engineering, zusammen mit Beispieladressen, an denen Google es gefunden hat. Es sind Beispiele, keine vollständige Liste.

Haben Sie noch keinen Zugang, können Sie Ihre Domain sofort im Tool zum Status von Websites bei Safe Browsing im Transparenzbericht von Google prüfen. Es zeigt, ob die Domain markiert ist und warum.

Öffnen Sie die Beispieladressen aus dem Bericht außerdem in einem privaten Fenster, einmal am Computer und einmal am Telefon, denn manche schädlichen Weiterleitungen greifen nur auf Mobilgeräten. Suchen Sie dann bei Google nach site:ihredomain.de, scrollen Sie durch die Ergebnisse und klicken Sie einige an. Sie suchen nach Seiten, die Sie nicht kennen, und nach Weiterleitungen, die nicht dorthin gehören.

Schritt 2: aufräumen, bevor Sie eine Überprüfung beantragen

Das ist eine Aufgabe für Ihren Entwickler oder für eine Firma, die sich auf die Bereinigung infizierter Websites spezialisiert hat. Die Hilfe von Google empfiehlt sogar, eine gehackte Website vorübergehend vom Netz zu nehmen. Informieren Sie auch sofort Ihren Hoster, denn viele betreiben eigene Scanner und können helfen.

Eine ordentliche Bereinigung sieht ungefähr so aus:

  1. Jemand sichert eine Kopie des aktuellen, infizierten Zustands, damit sich herausfinden lässt, was passiert ist.
  2. Er findet den Weg hinein: ein veraltetes Plugin, ein gestohlenes Passwort, ein vergessenes Administratorkonto. Ohne diesen Schritt kommt das Problem innerhalb weniger Tage zurück.
  3. Er entfernt die schädlichen Dateien und den eingeschleusten Code oder stellt die Website aus einem sauberen Backup von vor der Infektion wieder her und aktualisiert sie dann sofort, denn das alte Backup hat dieselbe Lücke.
  4. Er ändert alle Passwörter: Adminbereich, Hosting, FTP, Datenbank und E-Mail-Konten. Er entfernt alle Konten, die niemand kennt.
  5. Er prüft die ganze Website, nicht nur die Adressen aus dem Bericht. Google erwartet, dass alle Probleme auf allen Seiten behoben sind.

Wenn auf Ihrer Website Kundendaten liegen und Sie nicht ausschließen können, dass jemand sie mitgenommen hat, denken Sie an die DSGVO und ihre Frist von 72 Stunden. Darüber habe ich einen eigenen Artikel geschrieben.

Schritt 3: eine Überprüfung beantragen

Wenn alles sauber ist, gehen Sie zurück zum Bericht Sicherheitsprobleme und wählen Überprüfung beantragen. Google bittet Sie zu beschreiben, was getan wurde. Werden Sie konkret, zum Beispiel:

Die Ursache war ein veraltetes Plugin für das Kontaktformular. Wir haben den eingeschleusten Code aus den Theme-Dateien entfernt und alle Spam-Seiten gelöscht, WordPress und alle Plugins aktualisiert, alle Passwörter geändert und ein unbekanntes Administratorkonto entfernt.

Sie erhalten eine E-Mail, wenn Google den Antrag erhalten hat, und eine weitere, wenn die Überprüfung abgeschlossen ist. Senden Sie keine weiteren Anträge, solange einer läuft. Findet Google noch etwas, lehnt es den Antrag ab und sagt Ihnen, wo Sie suchen sollen. Sie beheben es und beantragen erneut.

Wie lange es dauert

Hier muss ich ehrlich sein: Das kann Ihnen niemand sagen. Die Hilfe von Google spricht von einigen Tagen bis zu einigen Wochen, und ich kenne keinen Weg, das zu beschleunigen, außer beim ersten Mal gründlich aufzuräumen. Auch nach einer positiven Entscheidung verschwinden Browserwarnungen und Hinweise in der Suche nicht in derselben Minute.

Schreiben Sie Ihren Stammkunden in der Zwischenzeit kurz, dass Sie von dem Problem wissen und es beheben. Bitten Sie sie aber nicht, sich über die Warnung hinwegzusetzen. Solange Google nicht bestätigt hat, dass die Website sauber ist, können Sie nicht sicher sein, dass sie für Ihre Kunden ungefährlich ist.

Sorgen Sie danach dafür, dass Sie das nicht zweimal durchmachen. Prüfen Sie, ob die Benachrichtigungen der Search Console in einem Postfach ankommen, das Sie tatsächlich lesen, denn beim nächsten Mal schreibt Google dorthin, bevor Ihre Kunden es tun. Vereinbaren Sie mit Ihrem Entwickler regelmäßige Updates, löschen Sie Plugins, die Sie nicht nutzen, schalten Sie die Zwei-Faktor-Anmeldung ein und bewahren Sie Backups außerhalb des Servers auf. Das sind dieselben Dinge, die die häufigsten Wege hinein verschließen.